Meine Gedanken sind völlig verwirrt.
Ich denke die ganze Zeit darüber nach, was ich heute mit meiner Psychologin besprochen habe.
Nachdem wir eine Weile über Marcel gesprochen haben, kamen wir zu dem Thema, dass ich eigentlich mit Ende dieses Jahres, meine Therapie beenden möchte.
Nun hat mir meine Therapeutin nahe gelegt, dass genau jetzt der schlechteste Zeitpunkt wäre aufzuhören. Aus ihrer Sicht und ihrer Erfahrung. Bitte, sie würde natürlich meine Entscheidung akzeptieren, aber es nicht gut heißen, wenn ich die Sitzungen nur beenden würde, damit sich meine Gefühle nicht verändern könnten.
Nämlich, wenn ich nun erkannt habe, dass sich der Schmerz trotz „Harter Arbeit“ NOCH nicht, sie betonte NOCH, verändert habe, dann würde er sich als nächstes ändern, diese Erfahrung würde ich machen, wenn ich weiter kommen würde. Sie meinte, wenn ich nun nicht mehr kommen würde und die Therapie mit diesem jetzigen Gefühl SCHMERZ abbrechen würde, wäre der Schmerz für immer derselbe, da ich es ohne sie nicht mehr zulassen würde, dass er sich verändert.
Ich sagte nämlich zu ihr: Der Schmerz ist noch immer der Selbe. Er hat sich nicht verändert. Es tut genauso weh, als wäre es gestern passiert.
Tja, sagte sie. „Sie haben bis jetzt alles ausprobiert, um mit dem Schmerz, umzugehen. Sie haben versucht mit dem Buch schreiben und mit dem Arbeiten gehen, sich so gut wie möglich um den Schmerz herum bewegen zu können. Für sie ist dieses Schmerzgefühl ein festhalten von dem was sie kennen. Dieser Schmerz ist ihnen nun bekannt. Neues schafft Angst. Mit Bekanntem können wir umgehen, also wollen sie den Schmerz gar nicht verändern.“
Sie machte mir den Vorschlag ihr zu vertrauen und merkte gleich, dass es genau darum ging.
„ Ja, ich weiß, sie haben auf das größte Vertrauen gesetzt, nämlich dass ein Kind auf die Welt kommt und nicht dass es in ihrem Körper stirbt, und wurden genau bei diesem größten Vertrauen enttäuscht.“
Genau. Egal, wirklich egal, was mir ab diesem Zeitpunkt angetan wird, ich werde es leichter überwinden können als das, wo ich das absoluteste Vertrauen aufbrachte. Ich habe zu nichts und zu niemand mehr dieses Vertrauensgefühl wie ich es zu dieser Zeit an Gott hatte, ein Kind zu bekommen, somit habe ich auch den Schutz, dass mir das oder etwas Ähnliches in der Art wehtun könnte.
Nun meinte die Therapeutin, ich solle trotzdem noch zu ihr in die Therapie kommen um zu sehen, dass sie Recht haben würde und sich der Schmerz mit ihrer Hilfe verändern würde. Sie wisse, dass es hier um Vertrauen ihr gegenüber gehen würde. Ich solle darüber nachdenken.
Nun überlege ich, denn ich sagte ihr auch, dass ich gar nicht wolle, dass sich der Schmerz ändern solle. Es ist nicht leicht eine Art Verbindung von Mutter zu Kind zu trennen. Wenn ich den Schmerz so fühle wie er sich im Spital und danach zu Hause anfühlte, dann spüre ich eine gewisse Verbundenheit mit meinem Kind.
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